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11. Oktober 2016

Kontaktstudiums Migration und Flucht - 2. Durchgang erfolgreich gestartet

In Anwesenheit von Frau Prof. Dr. Verena Heyl, Prorektorin für Studium, Lehre und Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, begann am Freitag, den 07.10.2016 der 2. Durchgang des Kontaktstudiums Migration und Flucht, welcher seit April 2016 unter Leitung des Hei-MaT-Zentrums an der Hochschule angeboten wird.

Prorektorin Prof. Dr. Heyl begrüßt die Teilnehmenden

Die Prorektorin zeigte sich angesichts der anhaltenden Nachfrage für Weiterqualifizierungsangebote im Bereich Migration und Flucht sehr erfreut und verwies in ihrer Begrüßungsrede auf weitere Bildungs- und Studienmöglichkeiten an der PH Heidelberg in diesem Themenkomplex.

v.l. Sylvia Selke, Prorektorin Prof. Dr. Heyl; Prof. Dr. Engin

Die Leiterinnen des Kontaktstudiums – Prof. Dr. Havva Engin und Sylvia Selke – erläuterten in ihren Begrüßungsreden das inhaltliche Profil des Weiterbildungsangebots, was insbesondere durch die Nähe zur Praxis und durch das Sprachenangebot hervorsticht: Teilnehmende wählen zwischen einem Sprachkurs Arabisch oder Farsi und können eine Prüfung ablegen.

Den aktuellen 2. Durchgang besuchen 22 Teilnehmende aus sechs Bundesländern. Aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage wird ein 3. Durchgang im April 2017 starten; Anmeldungen hierfür werden bereits entgegen genommen.

Die Teilnehmenden des 2. Durchgangs

Die Teilnehmenden des 2. Durchgangs

Der erste Präsenztag (Freitag, 07.10.2016) begann mit den Sprachkursen Arabisch bzw. Farsi. Die Dozenten machten die Teilnehmenden mit den Lehrwerken vertraut und stellten die inhaltlichen Schwerpunkte des Sprachkurses vor. Die Besonderheit beider Kurse besteht darin, dass weniger der Erwerb von Grammatik und von Schriftsprache im Zentrum steht, sondern der Fokus auf den Erwerb von kommunikativer Kompetenz in Alltagssituationen gerichtet ist, damit Kursteilnehmende in Beratungskontexten einfache Gespräche mit Geflüchteten führen können.

Arabisch-Dozentin Asma Zarrug

Farsi-Dozent Dr. Musa Baray

Nach dem Sprachkurs bildeten die Schwerpunkte  „Arbeits-Migration“ und „Flucht-Migration“ den Fokus der Seminararbeit. Prof. Dr. Havva Engin gab einen historischen Überblick über verschiedene Migrationsbewegungen nach Deutschland und erarbeitete mit dem Seminar die politischen und zeithistorischen Rahmenbedingungen von Migrationsbewegungen nach Deutschland heraus.  Im abschließenden Teil des ersten Präsenztermins wurde die Ausbildung des kulturellen Gedächtnisses bei Einwanderern diskutiert und zunächst am Beispiel der deutschen Auswanderung nach Nordamerika exemplifiziert.



Am zweiten Präsenztag (Samstag, 08.10.2016) stand die aktuelle Fluchtmigration nach Europa und Deutschland im Mittelpunkt der Seminararbeit. Die Teilnehmenden lernten neben den Herkunftsländern auch die jeweiligen Gründe für Flucht aus diesen kennen. Ein anderer Aspekt, dem sich das Seminar widmete, war die Erarbeitung juristischer Rahmenbedingungen in unterschiedlichen Bundesländern hinsichtlich der Anerkennungspraxis von Geflüchteten.

Dozentin Ulrike Hohmann
Dozentin Ulrike Hohmann

Ein besonderer Fokus wurde auch auf das Thema Bildungsintegration von Kindern und Jugendlichen gelegt. Im Besonderen ging es um Fragen der Zuweisung dieser Schülerklientel in Sprachlernklassen sowie um die Situation von Jugendlichen, die über 16 Jahre und damit nicht mehr vollschulpflichtig sind, aber bis zum 18. Lebensalter der Berufsschulpflicht unterstehen.

Der abschließende Seminarblock führte in den Schwerpunkt „Umgang mit den psycho-sozialen Rahmenbedingungen von Fluchtmigration sowie Traumaerfahrungen bei Geflüchteten“ ein. Die Dozentin erarbeite mit den Teilnehmenden unterschiedliche Möglichkeiten der Unterstützung und Hilfestellung.

3. Mai 2016

Fachveranstaltung Hei-MaT PH Heidelberg und Verband Bildung und Erziehung (VBE) Kreisverband Rhein-Neckar-Kreis/Heidelberg: Die Bildungsintegration von Kindern und Jugendlichen mit Flüchtlingsbiografie – aktuelle Situation, schulisch-organisatorische Herausforderungen, Chancen und Grenzen

Michael Seib (VBE) und Prof. Dr. Havva Engin (Hei-MaT)

Sylvia Selke (Hei-MaT)

Blick ins Plenum

Gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) führte das Hei-MaT-Zentrum am 22.4.2016 in den Räumlichkeiten der Pädagogischen Hochschule Heidelberg eine Fachveranstaltung zum Thema Bildungsintegration von Kindern und Jugendlichen durch.




Frau Prof. Dr. Havva Engin führte in die Thematik mit einem Impulsreferat ein. Sie skizzierte die aktuelle schulrechtliche und unterrichts-organisatorische Situation hinsichtlich dieser neuen Schülerklientel und benannte pädagogische Herausforderungen, die sowohl auf der institutionellen als auch unterrichtlichen Ebene zu stemmen sind.

Lukasz Siegwald

Ruşen Kartaloğlu und Lamis Klein

Im zweiten Teil berichteten Lehramts-Studierende von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Universität Heidelberg aus ihrer Arbeit mit Flüchtlingsjugendlichen, die sie im Rahmen von PH-Projekten kennen gelernt haben und aktuell betreuen. Die Studierenden zeigten sich von der Lernmotivation der Flüchtlingsjugendlichen beeindruckt; diese formulierten hohe Anforderungen an sich selbst. Damit wiedersprachen sie dem gängigen medialen Bild unmotivierter Flüchtlinge, die kein Interesse an einer gesellschaftlichen Integration zeigten.



Im abschließenden Teil ging die Veranstaltung in ein offenes Gespräch mit dem Plenum über. Insbesondere die Teilnehmenden aus pädagogischen Handlungsfeldern bestätigten die Beobachtungen der Studierenden; andere sprachen jedoch auch kritische Erfahrungen aus ihrer pädagogischen Arbeit an, wie beispielsweise die zögerliche Teilnahme von erwachsenen Flüchtlingen an geschlechtergemischten Sprachkursen.

Lamis Klein, Ruşen Kartaloğlu, Havva Engin und Mahmut Pervaneli

Im Anschluss an die Veranstaltung nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum  persönlichen Austausch und zur Vernetzung.